• <p><small>Bild © Helix Pflanzen</small></p>

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Fassadenbegrünung: System & Pflanze – gezielte Gestaltung versus grüne Anarchie

Die Pflanzenauswahl sollte mit dem skygardens-Team und dem Systemanbieter objektbezogen abgestimmt werden. Die am besten geeigneten Monate für eine Pflanzung im Boden sind April bis Juni und September bis Anfang November. Bei den von uns angebotenen Wandsystemen gibt es zeitlich kaum Beschränkungen.

Standort, Nährstoff- und Wasserversorgung sind die zentralen Kriteriem für Pflanzengesundheit. Professionelle Pflanzenkenner beraten Sie, welche Pflanzen besonders gut Schall schlucken, welche mehr oder weniger Laub abwerfen und welche in den unterschiedlichen Jahreszeiten die Farbe verändert. Diese "Leistungsmerkmale" sind für unser ästhetisches Empfinden wichtig, können jedoch auch für den Erholungswert einer Nische oder einer Innenbegrünung von erheblicher Bedeutung sein.

Wandgebundene "Begrünungs-Biotope"

Wandgebundene Begrünungssysteme gestalten die Fassade planbar und können vorgesetzte Materialien ersetzen. Sie benötigen keinen Bodenanschluss und eignen sich daher besonders für innerstädtische Bereiche. Sofortige Wirksamkeit, Gestaltungsvielfalt („vertikale Gärten“) und ein grosses Spektrum verwendbarer Pflanzen sind überzeugende Vorteile dieser Systeme. Die Versorgung mit Wasser und Nährstoffen erfolgt über eine automatische Anlage. Der Pflegeaufwand ist von der Art der Gestaltung und dem verwendeten System abhängig; insgesamt aber höher als bei bodengebundenen Begrünungen.
An Wänden fixierte "Begrünungs-Biotope" funktionieren" sehr gut mit Geranien, Bergenien, Steinbrech, Waldsteinien, Hainsimse, Streifen- und Schildfarne, Zwergmispel, Spindelstrauch, Johanniskraut und Immergrün.

Gegenüber der traditionellen, bodengebundenen Begrünung haben die wandgebundenen Begrünungs-Systeme den Vorteil, genau gestaltet werden zu können und fast automatisch zu funktionieren. Durch automatische Bewässerungsanlagen und Bodensubstraten mit Dünger, entsteht für den Auftraggeber kein Aufwand. Das wandgebundene Biotop wird optimal versorgt. Die Pflegeintervalle sind längerfristig und werden von Fachkräften vorgenommen. Ein Rückbau ist unproblematisch. Von einer Verletzung der Aussenhaut des Gebäudes ist, abgesehen von zu schließenden Dübel-Löchern, nicht auszugehen. Eher im Gegenteil: Durch vorgesetzte Wände mit den wandgebundenen Biotopen, werden Fassaden sogar geschützt.

Bodengebundene Begrünung: Tradition nicht ohne Risiko

Die traditionellen, bodengebundenen Begrünungen an einer fertigen Außenwand werden, je nach Pflanze, mit oder ohne Rankhilfe ausgeführt. Die verwendeten  Kletterpflanzen haben direkte Verbindung zum Boden. Die Kletterpflanzen bzw. Selbstklimmer, also  Wurzelkletterer und Haftscheibenranker haften an geeigneten Wandflächen direkt an und können bei idealen Bedingungen bis zu 25 Meter hoch wachsen. Rissfreie, feste Wandflächen sind jedoch Voraussetzung, um das Mauerwerk nicht zu beschädigen. Die Wasser- und Nährstoffversorgung findet über den Regen und Düngung von Hand statt. Bei grossvolumigem Pflanzenwachstum und hoher Trockenmassebildung ist regelmäßige fachgerechte Pflege notwendig. Z.B. Wartungsschnitte und das Ausräumen trockener Pflanzenteile, weil das Brandrisiko mit der Zunahme von Totholz steigt. Der Pflegeaufwand ist jedoch in geringerem Maße notwendig, als bei wandgebundenen Begrünungssystemen. Die Zugänglichkeit der Bepflanzung sollte grundsätzlich schon bei der Planung besprochen werden.

Bodengebundene Begrünung: ungezähmte Wildnis

Bei der bodengebundenen Fassadenbegrünung breitet sich der Pflanzenteppich nach Charakter der Pflanzen und ihres Standortes aus. Nach 5 bis 20 Jahren kann sie die Fassade voll bedecken. Gestalter, Investor oder Hausbesitzer brauchen also Geduld, nebst grosser Toleranz hinsichtlich des Ergebnisses.

Die Qualität der Wände muss vorher unbedingt geprüft werden. Rissige, sandige Untergründe oder vorgesetzte, leichtere oder nicht gut fixierte Verblendungen sind ungeeignet. Ein Renovierungs-Desaster würde wahrscheinlich. Der Spannungsbogen aus Architektur und natürlichem Wuchs kann reizvoll sein. Doch die Entscheidung für Selbstklimmer ist eine langfristige. Nicht nur was den Wuchs betrifft. Ein Rückbau zieht hohe Renovierungskosten nach sich. Und den Verlust der ökologischen Leistungen dieses eher unberechenbaren "Wand-Biotops".

Bodengebundene Begrünung mit System: Tradition & Moderne

Bodengebundene Begrünung wird mit rankgerüst-abhängigen Kletterpflanzen an Seilsystemen ein berechenbares Vergnügen. Von uns eingesetzte Systeme sind bei "leichter Bauweise mit bestechendem Design" für fast alle Kletterpflanzen und Wuchsformen einsetzbar. Das System ist ein modulares. Es wächst mit der Grösse der Projekte. Hochwertiges Material und hohe Flexibilität des Designs können wir zu vergleichsweise niedrigen Kosten anbieten. Das System kann als Einzelseil oder beliebig grosses Rankgerüst mit horizontalen Stäben realisiert werden.

Mit seinen Edelstahlseilen und, falls gewünscht, Drahtseilnetz ist es auch für Einfamilienhäuser und kleinere Einheiten optimal. Die Rankgerüste aus Edelstahl sind leicht zu montieren und wartungsarm. Die Begrünung kann das ganze Gebäude oder nur einzelne Teile der Fassade bedecken. Das elegante, langlebige Seil-Ranksystem kann als gestalterisches und funktionales Element architektonisch integriert werden. Die grosse Auswahl konfektionierter Elemente und unendliche Möglichkeiten des modularen Systems machen bodengebundene Fassadenbegrünung zu einem gestalterischen Vergnügen. Know-how und Erfahrung bei der Pflanzenauswahl vorausgesetzt!

Bildquellen:
© Diebold & Zgraggen Gartenbau AG
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